Wir sind ein Team! Teambuilding im Kinderfußball

© matimix|Fotolia.de
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Hallo liebe Freunde des Kinderfußballs,

am vergangenen Wochenende hatte ich ein tolles Erlebnis, welches es so nur der Fußball bietet. Meine F-Junioren lagen nach 10 Minuten gegen einen, sich auf Augenhöhe befindenden, Gegner aussichtslos mit 0:4 zurück. Bis zum Ende konnten die Jungs diesen Rückstand zu einem 5:4 Sieg drehen! Ich muss jetzt vorsichtig sein, da ja eigentlich das Ergebnis in unserer Ausbildungsarbeit nicht an erster Stelle steht! Dennoch war es ein Hochgenuß zu sehen was die Jungs für eine Moral zeigten und das Spiel noch in die richtige Bahn lenkten. Meine Spieler sind natürlich nicht die Einzigen denen das schon gelungen ist, aber ein starker Zusammenhalt innerhalb einer Mannschaft ist Voraussetzung um so eine Leistung zu vollbringen.

Das Team steht über Allem

Unser Credo innerhalb des Trainerteams lautet: „Das Team steht immer an Nr.1!“ Dieses Motto soll auch unsere Mannschaft verinnerlichen. Die Jungs sollen lernen sich in der Gruppe zu bewegen. Wir versuchen unseren Spielern zu vermitteln, dass die Einheit wichtiger ist als einzelne Spieler, was aber auch im Umkehrschluss bedeutet dass jeder Einzelne wichtig ist damit die Einheit funkioniert. Leicht gesagt! Ein großer Kader mit 23 Spieler zwischen 7 und 9 Jahren ist wahrlich keine Kuschelveranstaltung! Hier gibt es auch schon mal Reibereien zwischen den Jungs. Das ist aber völlig normal und so kommunizieren wir es auch den Kindern! Was aber möglich ist und was Kinder auch verstehen, ist kleine Machtkämpfe auszublenden, um ein gemeinsames sportliches Ziel zu erreichen!

Den Kindern ein Vorbild sein

Natürlich habe ich hier kein Patentrezept und auch keinen 1:1 Leitfaden. Das wäre zu einfach. Für einen Trainer steht in diesem Punkt viel Beobachtungsarbeit auf dem Programm. Regel Nr.1 für mich als Trainer lautet hier: „Vorbild sein!“ Ein Trainer muß den Teamgedanken innerhalb der Gemeinschaft mit Spielern, Eltern und Verein vorleben um diesen auch den Kindern glaubhaft zu vermitteln! Kinder sind gute „Beobachter“ und spiegeln nicht nur Eltern sondern auch Ihre Vorbilder in Aussagen und auch im Verhalten wider! Heißt: „Wenn ich selber kein Teamplayer bin, darf ich das auch nicht von meinen Spielern erwarten!

Rituale schaffen und Regeln festlegen

Wichtig ist es bestimmte Rituale zu schaffen, welche die Gemeinschaft stärken. Ein gemeinsamer Kreis vor dem Spiel mit einem „Schlachtruf“ kann hierfür eine Möglichkeit sein. Aus eigener Erfahrung weiß ich, dass dieser die Jungs ungemein motiviert und zusammenschweißt. Ein gemeinschaftliches Auftreten sollte ohnehin nicht außer Acht gelassen werden. So haben wir unsere Spieler vor der Saison mit komplett neuen Trainingsklamotten ausgestattet. Durch das neue Outfit wurde das Gefühl Teil eines Teams zu sein ebenso wie das Selbstbewußtsein der Spieler gesteigert.Auf dem Trainingsplatz bzw an Spieltagen sollten klare Regeln festgelegt werden. Innerhalb unser Mannschaft gilt die Regel, ab dem Zeitpunkt der Begrüßung geht die Verantwortung für die Kindern von Eltern auf Trainer über. Ab diesem Moment gelten dann auch die Regeln. Eine teamfördernde Maßnahme ist bei uns zum Beispiel das gemeinsame Bälle und Hütchen einsammeln nach dem Training! Eine zugegeben simple aber auch wirksame Methode um Kindern aufzuzeigen dass wir gemeinsam schneller zum Ziel kommen als alleine!

Die Förderung des Teamverhaltens im Trainingsbetrieb

Um das Teamverhalten im Trainingsbetrieb zu fördern, setze ich auf Übungen mit kleinen Gruppen bei denen die Kommunikation gefördert bzw. zwingend notwendig ist um ein gemeinsames Ziel zu erreichen. Kettenfangen oder Staffelspiele sind hierfür sehr gut geeignet. Eine tolle Übung, die zudem auch viel Spaß für die Kinder bringt ist ein Spiel 6 gegen 6 bei dem sich jeweils 3 Doppelteams an der Hand nehmen und sich nicht loslassen dürfen. Falls dies doch geschieht wechselt der Ballbesitz. Wichtig ist es hierbei auch mal Spieler in Gruppen einzuteilen die sich nicht so gut verstehen.

Mein Tipp: Das Thema Teambuilding ist sehr komplex, daher sollte es auch über längeren Zeitraum ins Trainingsprogramm eingebaut werden. Da einzelne Maßnahmen eher selten zu Erfolgen führen, sollte man den Kindern bewußt machen, daß es dabei auch zu Rückschlägen kommen kann. Ich kann jeden Trainer nur empfehlen sich in diesem Bereich ständig weiterzubilden um das soziale Verhalten der Kinder langfristig zu verbessern.

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