Eltern im Jugendfußball – Ohne Eltern geht es nicht! – von Susanne Amar

Hallo liebe Leser der Soccerkiste,

in Vorbereitung eines Vortrages habe ich mir mal angeschaut was wir Eltern so alles in den Fußball unserer Kinder investieren. Und auch wenn es bei mir nach mittlerweile 12 Jahren und zunehmendem Alter unseres Sohnes immer weniger wird, finde ich es schon beeindruckend, was der ein oder andere von uns so alles leistet.

Egal wie unterschiedlich die Elterntypen sind, haben viele doch eine gemeinsame Verbindung:

Das Engagement und den Zeitaufwand den Eltern betreiben, damit Ihr Kind Fußball spielen kann.

Dass mit dem Eintritt in den Verein vorausgesetzt wird, dass sie die Kuchen- und Brötchentheke sowie den Grill und den Getränkestand bei Spielen und Turnieren organisieren, ist eh klar. Wäsche- und Fahrdienst wird per se vorausgesetzt. Durch die Ganztagsschulen und das regelmäßige Training sollte Mutter/Vater schon ein guter Familienmanager sein, um alles unter einen Hut zu bekommen. Und starke Nerven haben, wenn das Training kurzer Hand mal wieder verschoben wird und Omas 80. droht ohne den Enkel stattzufinden. Das ist jedoch nicht alles.

Aus meiner Coachingarbeit mit Eltern und meinen eigenen Erfahrungen habe ich mal eine Übersicht mit Aufgaben erstellt, die auf Eltern abhängig des Alters und Leistungsniveaus zusätzlich hinzukommen können. Sicherlich nicht komplett, vermittelt jedoch einen ersten Eindruck.

Viele Eltern sind neben Chauffeur, Wäschekraft auch Nachhilfelehrer, Physiotherapeut, Krankenschwester, Ernährungscoach und Mentaltrainer.

Und das alles in einer Person!

Eine ganze Menge, wie ich finde…

Eltern sollten sich viel häufiger auf die Schulter klopfen und sich dazu gratulieren, dass sie das so toll hinbekommen. Denn ohne sie und die vielen, meist ehrenamtlichen Trainer und Betreuer, denen es übrigens ähnlich ergeht, würde der Jugendfußball so nicht funktionieren. Oft wissen Trainer und Eltern wenig voneinander. Viele ihrer Tätigkeiten werden nicht gesehen. Was dazu führt, dass jeder in „seiner eigenen Suppe köchelt“, sie aber Möglichkeiten hätten gemeinsam ein leckeres „Menü“ zu kreieren.

Nur, wie gelingt das? 
Wie in allen Systemen – beruflichen, geschäftlichen, freundschaftlichen oder partnerschaftlichen – ist die Voraussetzung eines guten Miteinanders, dass ich den anderen verstehe und seine Gefühle und Bedürfnisse akzeptiere. Kann ich natürlich nur, wenn ich sie KENNE. Und das finde ich meistens durch einen Austausch heraus. Auf das Vereinsleben bezogen kann das ein persönliches Gespräch, ein Elternabend, eine Rundmail, ein Infoschreiben, Verhaltensregeln, regelmäßige Elternsprechzeiten o.ä. sein.

Viele Eltern wünschen sich bei Eintritt in einen neuen Verein/neue Mannschaft, als die „Neuen“ begrüßt und in die Welt des Fußballs eingeführt zu werden. Ich weiß selbst, dass wir oftmals nur die Handynummer des Trainers, Trainingszeiten und Spielplan erhalten. Wir erfahren meist wenig bis gar nichts über den Trainer, wie mit ihm kommuniziert werden kann, wie seine Pläne für die kommende Saison sind, was Eltern bei Verletzungen tun sollen, an wen man sich wenden kann, wenn es Fragen gibt, etc.

Für die meisten Eltern schon wichtig, denn sie geben das Wertvollste, was sie haben – ihre Kinder – in die Hände fremder Menschen.

Ich vermute, Kindergarten oder Schulen würden an Hand solcher Kriterien erst gar nicht in die engere Wahl kommen.

Ich weiß, dass viele Jugendtrainer diesen Job aus Leidenschaft und ohne jegliche Bezahlung machen und berechtigterweise fragen, was sie noch alles übernehmen sollen. Kann ich nachvollziehen.

Wichtig ist hierbei, dass es nicht an dem Einzelnen hängen bleibt, sondern die Verantwortung für die Umsetzung im Verein liegt.

Sicherlich braucht es anfangs mehr Aufwand eine entsprechende Kommunikationsstruktur aufzubauen, dafür erhält man auf lange Sicht eine vertrauensvolle Basis, die es m.E. wert ist. Denn sie ermöglicht, dass alle Beteiligten einen gemeinsamen Weg gehen/finden in dem Bestreben eine(n) junge(n) SpielerIn bestmöglich zu unterstützen. Und dieses jeder macht sein eigenes Ding vielleicht irgendwann der Vergangenheit angehört…

Mehr über meine Erfahrungen findest Du in meinem Buch: Ins Netz gegangen: Mein Leben mit einem Nachwuchskicker zwischen Schulbank und Torjubel – Ein Handbuch für Eltern, Trainer und Betreuer

Hinterlasse jetzt einen Kommentar

Kommentar hinterlassen

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.


*